Lektorat & Text
Rico Werner
Dresden

Rund ums Lektorat


Ich habe da noch drei Fehler gefunden!


Es kommt immer mal wieder vor, dass Kunden die Rückmeldung geben, dass sie nach dem Lektorat noch den einen oder anderen Fehler
in ihrem Text gefunden haben. Das ist natürlich nicht schön und es ärgert den Lektor am meisten.
Doch bei allem Streben nach absoluter Fehlerfreiheit handelt es sich bei einem Lektor auch nur um einen Menschen.
Es kennt doch jeder selbst: Manchmal fällt einem ein Fehler erst auf, wenn man einen Text schon zehn Mal gelesen hat. Woran liegt's?
Unser intelligentes Gehirn "bessert" Fehler beim Lesen oft ganz automatisch aus. Daher kann es passieren, dass auch dem Lektor nach
zweimaligem Lesen der eine oder andere Fehler durchflutscht. Deshalb wird ein seriöser "Textarbeiter" auch niemals absolute Fehlerfreiheit garantieren.


Doch wie viele "übrig gebliebene" Fehler sind normal? So wenig wie möglich. Selbst oder gerade, wenn in einem Text 137 Fehler beseitigt wurden,
fällt am Ende der eine übrige besonders auf. Leider messen einen einige Kunden dann nur an diesem einen kleinen Fauxpas.

Unter guten Lektoren und Korrektoren gibt es einen Grundsatz: Gerade noch akzeptabel ist ein Fehler auf 6.000 Anschläge bei durchschnittlicher Fehlerdichte.
Ich halte das schon für zu viel. Doch je mehr Fehler im Ursprungstext vorhanden sind, desto mehr bleiben aller Wahrscheinlichkeit nach am Ende auch übrig.
Deshalb wäre es ideal, wenn ein Text von mehreren Personen korrekturgelesen würde. Dafür fehlen aber wiederum die Zeit und Geld. Ich denke,
selbst der beste Lektor kommt maximal auf eine durchschnittliche Erfolgsquote von 95 Prozent.


Mein oberstes Ziel ist und bleibt, Ihnen Ihren Text möglichst fehlerfrei zurückzugeben. Sollte ich dennoch einmal etwas übersehen haben,
dann bitte ich schon mal im Voraus um Verzeihung.




Wie arbeitet der Lektor?


Der Segen des Internets hat uns Lektoren die Arbeit sehr erleichtert.
Es muss nicht mehr alles aufwendig per Post in Papierform durch die Weltgeschichte geschickt werden.


Heute erhalte ich die zu bearbeitenden Dokumente meist per Mail. Besonders gut für die Bearbeitung
eignen sich Word-Dokumente oder Open-Office-Dokumente. Hier arbeite ich mit der "Änderungen verfolgen"-Funktion.
Dadurch können Sie als Kunde genau nachvollziehen, was an Ihrem Text geändert wurde. Am Ende erhalten Sie von mir zwei Dateien.
Eine, in der Sie die Änderungen sehen können, und eine Datei, in der die Änderungen bereits übernommen wurden.
So können Sie selbst entscheiden, ob Sie jede Änderung in Ihrem Text selbst ansehen und übernehmen möchten
oder ob Sie gleich die komplett fertige Version verwenden.


Die Bearbeitung von PDF-Dateien ist meist nur eingeschränkt möglich, da ich dort oft nicht direkt in den Text eingreifen kann.
Der Korrekturbedarf kann dann nur durch Markierungen und Kommentare kenntlich gemacht werden.
Übernehmen muss die Änderungen in diesem Fall der Autor selbst.


Auch die "altertümliche" Variante der Papierform ist durchaus noch möglich.


Zum Schluss vielleicht noch dieser Hinweis: Ich arbeite generell nach den Dudenempfehlungen der jeweils aktuellen Ausgabe.
Auf Wunsch werden auch Schreibweisen akzeptiert, die nicht diesen Empfehlungen entsprechen (aber dennoch nicht falsch sind).
Diese müssen dann aber einheitlich im kompletten Text so angewendet werden.
Auch für Kunden aus der Schweiz bin ich unter Berücksichtigung der jeweiligen Schreibweisen gern da.




Lektorat: Warum ist das so "teuer"?


Der Preis eines Lektorats oder Korrektorats für eine Normseite erscheint zunächst recht "teuer".
Man könnte sagen: "So eine Seite hat man doch schnell mal gelesen."


Doch ganz so einfach ist es nicht. Selbst ein Korrektorat erfordert mindestens zwei Lesedurchgänge,
um auch wirklich alle Fehler zu erfassen. Sicher ist es Ihnen auch schon so ergangen: Sie lesen Ihren
Text zum fünften Mal und immer noch entdecken Sie einen Fehler, den Sie vorher noch nie gesehen haben ...
Das bedeutet automatisch, dass man für eine Seite den doppelten Zeitaufwand benötigt, als wenn man
"nur mal drüberliest".


Beim Lektorat kommt noch hinzu, dass man eventuell Daten, Zahlen oder Fakten nachrecherchieren muss,
was auch einige Zeit kostet.
Bei längeren Geschichten oder gar Romanen muss man die Handlung erfassen und viele Dinge bedenken: Ist die
Handlung in sich stimmig? Ist der Zeitablauf realistisch? Heißen die Protagonisten am Ende noch immer
so wie am Anfang (in der Tat ein häufiger Fehler)? Passen die Erzählform, die Zeitformen und werden diese
auch konsequent durchgezogen? Hier funktioniert die "Schnell-schnell-Arbeitsweise" nicht.


Man sieht also, dass in den Preis eines Lektorats viele Dinge einfließen. Ein seriöser, professionell
arbeitender Lektor kostet zwar nicht wenig, ist aber seinen Preis auf alle Fälle wert.

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